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Mein Alltag in Railaco

 Ich wache nicht mehr so um 2 Uhr sondern um 6 Uhr herum auf, arbeite ein wenig wenn Strom da ist und gehe dann um 7 Uhr zur Messe (am Sonntag um 8), es sind ja nur ca 20-30 Schritte zu der Kirche. Ich verstehe inzwischen so um die 4 Worte Tetum, d.h. habe keine Ahnung, worüber der Priester spricht und was die Leute singen, aber die Gesänge sind sehr schön. Unter der Woche sind fast nur Schüler der Highschool und Ordensschwestern auf dem SPC-Konvent. Heute am Sonntag war die rech große Kirche ziemlich voll. Leute waren festlich gekleidet, Männer oft in weißen Hemden, Frauen fast ausnahmslos in schicken Kleidern, Kinder genauso angezogen wie erwachsene. Der Sound der Jungs war heute wirklich beeindruckend. Stromausfall während der Messe scheint normal, die sind 100% vorbereitet und schalten auf große Boxen mit Akku um und Funkmikrofon. Nach der Kirche waren viele Leute drinnen und draußen noch lange geblieben und grüßten sich, unterhielten sich, lachten viel oft sah man den angedeuteten Handkuss der Kinder den Älteren und auch von Erwachsenen den Respektspersonen gegenüber.

Die Frauen und Männer würde ich zu fast 100% als Vollschlank bezeichnen, meistens recht zierlich, sehr oft schöne Figur und im Durchschnitt fast schon ziemlich gutaussehend (besonders die Frauen und die Kinder natürlich)

Nach der Messe gehe ich meistens zum Frühstück. Es gibt einen herrlichen, hier vor Ort selbst gerösteten Kaffee, der in der hiesigen Provinz Emera der beste in Timor sein soll. Im Reiskocher werden Semmeln heiß gemacht - manchmal gibt es richtig gute. Dazu gibt es Butter und Käse (vermutlich weil hier Franzosen leben). Es gibt auch immer Reis (3 mal am Tag wenn man will), Es gibt auch recht gutes Obst, Mein Favorit ist sog Dragonfruit, der aber etwas teuer ist, weil es wohl die einzige Frucht eines Kaktus ist. Es ist rot oder lila und im Geschmack ein wenig wie süßere Kiwi. Alle Früchte außer Äpfel sind aus der Region. Frühstück wird eher individuell eingenommen, weil die Jesuiten morgens einige Messen in der Gegend haben, wie zb die bei den Schwestern in Gleno um 6:30 Uhr. Mittags, so nach 12 oder wie es einem passt, gibt es gutes Essen unser Köchin aus Java, Diese Essen wird auch individuell eingenommen. Bisher habe ich nach dem Frühstück am Laptop gearbeitet, und ab 9 im Cartorio, also im Pfarrbüro, dass um 12 Schließt, weil es Zeit zum Mittagsgebet oder Mittagessen ist. Cartorio öffnet wieder um 14 Uhr. Ich war oft auch in der Pause da, weil es dann kein Publikumsverkehr gitb, denn die Mitarbeiter waren in der Pause. Man kann alle Maschinen updaten usw.

Abends um 7 Uhr gibt es das Abendessen, das tatsächlich gemeinsam eingenommen wird. Die Glocke läutet, alle versammeln sich und beten ein gemeinsames Gebet auf English, der auf in Folie eingeschweißten Zetteln ausgeteilt wird. Danach geht es recht ungezwungen zu, gibt es oft Witze und Erzählungen, ich habe auch schon Paar Mal vom Fr. Bong gemischten Palmwein/Schnaps mit Eis mit ihm angestoßen. Heute hatten wir guten Wein aus Australien, den ich fürs Einschmuggeln von Süßigkeitenü eine Freundin einer Freundin bekommen habe. Unsere Australischen Volontäre haben auch Paar gute Tropfen mitgebracht gehabt.

Nach dem Abendessen spülen wir gemeinsam ab, meistens drängen sich einige Paters vor (besonders der Japaner Fr. Hoyi (der Schuldirektor)), sodaß ich bisher noch nicht nicht so oft zum Zuge kam. Ich bin halt nicht schnell genug.

Danach gehe ich normalerweise "Duschen". Es gibt natürlich nur kaltes Wasser. Ich habe mich schon fast gewöhnt.

Danach arbeite ich noch Paar Stunden in meinem Zimmer - wie üblich wenn Strom da ist, oder zumindes das Akku noch nicht leer ist)

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