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| Elenore am Hauptrechner der Klinik. Hier läuft meine DB-Anwendung |
Über die Klinik in Railaco wollte ich schon länger schreiben, aber jetzt als ich selber dort Patient(e) geworden bin (komme jetzt 2 mal am Tag zur Hautbehandlung), ist es höchste Eisenbahn. Die Klinik ist natürlich keine Klinik im Westlichen Sinne, sie hat auch keine stationären Betten für Kranke. Es ist mehr eine Beratungs- und Behandlungsstation, die zusätzlich zu den ambulanten Behandlungen auch noch kostenlos Medikamente und Vitamine ausgibt.
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| Eines der 2 Behandlungsräume |
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| Die Mobile Klinik wird bald beladen |
Die Klinik existiert sowohl stationär hier in der Jesuitenkommunität Railaco wie auch als sog. "Mobile Klinik", wo einer der großen Jeeps sie in den Bergdörfern repräsentiert. Mobile Klinik ist 2-3 mal pro Woche zu unterschiedlichen Zielen unterwegs. Die Routen und Zeiten sind in den Dörfern bekannt.
Fr. Bong, der auch ein hervorragender Arzt ist, ausgebildet in seiner Heimat Philippinen an zwei bedeutenden Unis, leitet die Klinik und behandelt dort jeden Tag seit gut 20 Jahren kostenlos (oder ggf. gegen Centbeträge). Ich habe gehört, dass es langsam so leise auf Ablöse wartet, weil er sich eher als Priester sieht. Vor Paar Monaten schien eine Ablöse zu kommen. Es war eine Ärztin aus Australien. Leider hat die nur einen Monat durchgehalten, bevor sie etwas plötzlich die Flucht nach Hause angetreten hatte. Die Medikamente werde ähnlich wie die Lebensmittel, die hier ebenfalls kostenlos ausgegeben werden (ich schrieb darüber) von australischen Christen bereit gestellt. Unter andrem ist in diese Advocacy-Aktion die berühmte Sr. Rita aus Australien involviert, die hier in Railaco Jahrzehnt persönlich gewirkt hatte. Jetzt ist sie über 90 aber noch voll aktiv in ihrer Heimat.
Ich sehe in der Klinik jeden Morgen einen Haufen von Leuten, meistens Frauen mit Kindern. Die meisten davon sehen überhaupt nicht krank aus. Ich fragte Fr. Bong, er bestätitgt, dass vor der Kaffee- Mais- usw Saison haben die Leute viel Zeit und kommen auch als Gesunde in die Klinik, um Krankheiten zu simulieren, damit sie sozusagen etwas Medikamente & Vitamine auf Vorrat bekommen. Damit sie zuhause was haben. Na ja, Fr Bong untersucht sie usw und redet mit denen.
Fr Bong sagt, die Leute würden überhaupt nicht in unsere Klinik kommen, wenn die staatlichen Kliniken eine Minimalversorgung anbieten würden. Leider kennen die staatlichen Kliniken nur ein Medikament für alles, sozusagen ein Silver-Bullet. Dieses magische Zaubermedikament heißt "Paracetamol". Als super extra Zugabe kann man dort ev. Vitamin C bekommen. Das ist alles. Dies wird bei allen Krankheiten dort so gehalten.
Wie bereits woanders beschrieben, hat die Klinik bestimmte Dokumentationspflichten, auch den Spenden gegenüber, was bisher auf dem Papier stattfand. Das problematischste dabei war auch, man weiß dann nicht, was und wie viel ein Patient bereits an Medikamenten bekam. Daher wurde ich gebeten, eine Datenbank-Anwendung zu schaffen, die Patienten mit ihren Behandlungen dokumentiert. Nebenbei versucht die Anwendung auch noch den aktuellen Stand der Vorräte zu dokumentieren.
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| Büro |




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