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Mein Alltag kehrt langsam zurück

 Ich weiß nicht mehr, ob ich über den normalen Ablauf des Tages schon mal geschrieben. Das werde ich jetzt nachholen.

Aha, sollte jemand um meine Gesundheit besorgt sein, so habe ich gestern Mitfahrgelegenheit nach Dili bekommen, und habe mich dort in der besten Klinik Stamford Medic (oder ähnlich - ist australisch) wg Tests angemeldet. Es stellte sich heraus, dass die speziellen Tests auch dort nicht gemacht werden können, sodaß ich nur den "full blood test" bestellt habe (knapp 50 USD). Dort sieht man, dass der Hauptwert von früher 20.000 auf 13.000 gegangen ist - soll ist 10.000. Also es sieht super aus. Ich hoffe, in einer Woche wieder so ein Test machen zu können, sodaß wenn er bei 10.000 ist, dann kann ich die Pillen absetzen.

Mein normaler Alltag beginnt so um 6 Uhr, Duschen usw. Wegen der Pillen, die ich ab 6 Uhr nach einem Zeitplan einzuwerfen habe, gehe ich dann etwas in den Magen zu bekommen.

Um 7 Uhr ist die normale Messe, die ich eh aus meinem Zimmer hören würde, also gehe ich hin und nehme die Gesänge auf.

Danach wäre die Frühstückzeit, wobei hier ab 5 alles vorbereitet ist, sodass jeder das individuell macht. Ich höre den ersten Jeep um 6 losfahren. Man muss schauen, wo man bleibt. Es gibt kein gemeinsames Frühstück.

Ab 9 bin ich oft im Pfarrbüro, wo meine aktuellen Hauptkunden für die Datenbank-Software arbeiten. Ich bin zu Stelle, wenn sie doch was neues, eine Suchfunktion zb über Vornamen, die nicht vorgesehen war, brauchen.

In der Zeit mache ich eigentlich eher andere Projekte. Eines davon ist die Datenbank für de Klinik hier, damit man die Patienten und ihre Behandlungen besser im Blick behält.

Ich bin auch im Kontakt mit Thomas (Volontär aus Frankreich) dem Mathe-Lehrer in Kasait, der dort die Vorgaben schon klärt - für die Klinik dort ist es vermutlich identisch, aber es soll auch eine Studentenerfassung und Zuordnung in die Fakultäten für den Lehrer-Kollege gemacht werden.

Um 12 Uhr schließt Pfarrbüro für 2 Stunden. Es ist Essen und Gebetszeit (man, zB die Schüler beten hier so ziemlich viel - auch Rosenkranz um 18 Uhr usw)

In dieser Zeit kann man Mittagessen gehen. Es ist wie beim Frühstück, die Köchin hat schon alles vorbereitet, und jeder der gerade da ist und hungrig ist, isst, was eben da ist. Es gibt viel Gemüse als Kasawa-Blätter und anderen Pflanzen, die ich nicht kenne. Es gibt auch Hühnerfleisch und Fisch - einfach alles, was man sich wünschen kann. Natürlich ist Reis im Reiskocher immer bereit.

Nachmittags ab 14 Uhr kann ich wieder im Büro, oder woanders arbeiten. Am Abend um 19 Uhr ist das gemeinsame Abendessen, was mit einer Glocke die Communität zusammen ruft, und dann geht es auf foliertem Blatt ein spezielles Jesuitengebet des Jahres, den wir laut sprechen. Danach essen wir, was da ist. Ich sehe da meistens kein Unterschied zu Mittagstisch.

Nach dem Essen wird mal mehr mal weniger viel geredet, gequatscht, diskutiert und gelacht. Es dauert manchmal länger. Danach gemeinsames Abspülen inkl. alle Behälter usw, die oft vom Mittag noch was hatten. Dort bin ich Paar mal schon dazu gekommen, aber die Padres sind meistens schneller und geschickter, wenn ich am Spülbecken auftauche sind 2 schon da.

Na ja, danach ist Freizeit, lesen, je nachdem ob Strom da ist, oder nicht.

Am Samstag hatte ich meinen neuen Bluttest mit der letzten "Weißen Krisp mit Nuss" Schokolade mit den anderen gefeiert. Der 2-te Grund zum Feiern war der Beginn des lunaren Jahres des Drachens, der in einigen Ländern, wie zB in Vietnam, woher Br. Tha(-deus) herkommt, groß gefeiert werden.

Sonntage sind hier etwas besonders. Messe ist eine Stunde später um 8. Ich weiß nicht, ob es heute einen besonderen Anlass gab, aber es wurde sehr viel sehr schön gesungen.


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