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Wie die Timoresen so drauf sind?

 Wie die Timoresen so drauf sind?

Dazu wollte ich schon immer was schreiben. Das hier sind zuerst nur meine eigenen Beobachtungen aber ich werde nochmals extra darüber schreiben wo einiges von jemand anderen stammen, nämlich Rosi, mit der ich darüber Stunden sprach, weil so viel für mich absolut unlogisch erscheint.

Erstens fällt die große Höflichkeit und Freundlichkeit auch Fremden gegenüber auf.

Man grüßt hier halt gern und ist eher locker unterwegs, so nach dem "leben und leben lassen". Jedenfalls habe ich bisher kein aufdringliches Verhalten beobachtet.

Wenn man um Hilfe bittet, wird begeisternd aber nicht immer wirksam geholfen. Ich habe im Krankenhaus ab und zu Gäste aus den Jesuit-Kandidaten, also Jungs in der 4-5 Jährigen Vorbereitungsschule, nach deren Bestehen man um die Aufnahme in den Orden bitten kann. Die Prozessdauer bis zum Vollen Jesuiten Priester dauert dann noch so lockere 14-15 Jahre glaube ich. Nach der Aufnahme tritt man den Noviziat an und beim Abschluss kann man die 3 Gelöbnisse ablegen, Dan ist man Jesuit aber nicht lange nicht Priester.

Na ja, da kommen die 3 Kandidaten eines Morgen an und fragen, wie sie helfen können. Ich sage, dass wichtigste wäre, dass sie mir Ohrenstöpseln besorgen könnten, weil ich sonst nicht schlafen kann. Dann düsen sie ab. Abends kommen sie wieder und packen 2 Liter Milch aus und ein Liter Waser. Ohrenstöpsel haben sie nicht. Aber sie würden gleich suchen gehen..

Ich habe eigentlich allen vorbei kommenden Jesuiten erzählt, dass ich Ohrenstöpsel brauche. Nach 5 Tagen habe ich keine.

Am ersten Tag kamen die mehrfach und fragten, ob ich was bauche. Ich sagte, ja, eine oder 2 Dragon-Fruit und eine Cola - wenn es hier so was gäbe, wären nett. Sie kamen mit glaube ich mehr als 20 diese Früchte, vielen Orangen und 4 Cola-Dosen an. Es scheint ziemlich der Sinn nach Angemessenheit und und Plausibilität zu fehlen.


Anders Beispiel. Ich laufe so halbscharig weil angekettet an dem Infusionsständer seit 4 vollen Tagen herum und habe den T-Shirt in dem ich verschwitzt angekommen bin noch an, habe mich nicht duschen können usw. Abends nach der Infusion frage ich die sichtlich erfahren Sr Rita, ob ich doch nicht einmal entkoppelt werden könnte. Sie ja, kein Problem. Ich, wie lange darf ich entkoppelt sein, bis der Zugang zutrocknet oder sonst unbrauchbar wird (Frage dass, weil ich sehe, dass die 99,99% der Zeit läuft dort nämlich nur Wasser mit minimaler laufstärke, muss also nur für den Zugang sein), Rita: das ist generell kein Problem, auch ganze Nacht usw. Ich: können wir es also gleich machen? Rita: was? jetzt? es ist schon nach 22 Uhr. Sie wollen um diese Zeit noch duschen? Wir machen es am besten morgen nach der nächsten Infusion.. Das hat mir doch die Sprache verschlagen. Die Rita ist wirklich sehr kompetent und sehr hilfsbereit, aber was ihr wie anscheinend mehreren fehlt scheint die Fähigkeit, die Sache mit den Augen des betroffenen zu sehen. Kurz gesagt: wir habe es gleich gemacht.

 

Ich glaube, in dem Punkt "siehe es mit dem Augen des Anderen" - an diesem Punkt könnten manche noch etwas feilen.


Eine sehr positive (für mich) Eigenschaft, die diese Leute auszeichnet ist große Nähe und Freundschaft mit Haustieren, zB Hunden, Katzen usw. Das gilt für innen und außen, da wird die volle Gemeinschaft gefahren. Um der Wahrheit die Ehre zu geben würde ich also sagen, die Kommunität in der Jesuiten in Railaco besteht auf dem Fr Roberto, neuen Priester der Pfarrei Railaco übrigens es ist die einzige Pfarrei der Jesuiten in Timor) aber das ist eine andere Geschickte), Fr Bong aus Philippinen, der auch medizinische Ausbildung mit Abschuss hat. Er sagt dazu: "I have the license to kill", dann Fr. Hyoe (Schoi) aus Japan, er ist der Direktor der Schule NOSSEF (Nosstra Senhora de Fatima) mit ca. 400 Schülern, dem Fr Moreno, der viel in den Bergen arbeitet, Br Tha aus Vietnam, er macht die Hausverwaltung, die Gärten, besorgt der Köchin ihr Material, dann 2 Volontären aus Frankreich, Eleanor, die ausgebildete Krankenschwester ist und Kilien, dessen Abschluß ich gerade wieder vergessen habe, er unterrichtet an NOSSEF Informatik und noch ein anderes Fach. Er machte auf des Video über Railaco für den Fr. General Sosa, der dort vorgestern war. Dann gebe es noch mich, denn ich bin noch nicht abgemeldet. Dann aber gibt es noch den Balu hell und die Corona sowie den 6monatigen Welpen NOSSEF. NOSSEF!!! Die Jungs aus dem Internat von NOSSEF nannten iren Welpen einfach NOSSEF. Ich finde das hat Stil. Keiner hat mit der Wimper gezückt. Ich weiß nicht, wie es auf Pariser Straßen ankäme, wenn die Leute immer wieder riefen: "wo bist Du NotreDame?" "Komm sofort zurück NotreDame!" "NotreDame sitz!!" rufen würden..


Es wird die volle Toleranz allen Mitgliedern gewährt. Ich habe alle Hunde in der messe gesehen.  Besonders fromm ist aber der Nossef. Nur manchmal geht mit ihm seine kindliche Verspieltheit noch durch. Manchmal hat der laufende Kabeltest durch Bisse gemacht - geschenkt, aber irgendwann kam er doch noch auf die Idee, die Qualität und Anliegefähigkeit des sog heiligen Tuches, sowie die Standfestigkeit der Kelche auf dem Altar zu testen. Es sah so aus als wenn es das Ganze auf dem Altar auf den Boden schaffen wollte, war aber dafür noch nicht stark oder schwer genug. Da hat doch jemand kalte Füße bekommen, und die Jungs mussten ihren jüngsten Kameraden sanft aus der Kirche austragen aber nachdem er sein begonnenes Werk noch nicht vollbracht hatte wollte er aber sofort wieder an die Arbeit, da mussten sie im Akt der Verzweiflung ihm sogar die Tür verwahren.

Es sieht aber danach aus, dass die Freundschaft dadurch nicht gelitten hatte. Man büßte es wohl unter einmalige leichte Verfehlung. Nossef liegt immer irgendwo gerne und lässt seine Niedlichkeit feiern. Die anderen kriegen aber auch ihre Liebesbezeugungen.

Ich kann also einige Dinge beobachten aber verstehe sie nicht, zB bei den Infusionen werden die Leute praktisch 100% sinnlos 24h an ein Gegenstand angekettet, obwohl es eine praktisch identische Alternative ohne Ankettung gibt, die praktisch nicht mehr kostet


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